Wissenschaftskommunikation allein heilt keine soziale Spaltung
Zum zehnjährigen Bestehen des Fachportals Wissenschaftskommunikation.de geht es um eine ehrliche Bestandsaufnahme: Zwar ist der Stellenwert der Wissenschaftskommunikation gewachsen, doch die Erwartungen an sie sind oft völlig überzogen. Unser Wissenschaftssystem ist sozial nach wie vor kaum durchlässig und wirkt auf viele Bevölkerungsschichten elitär und unzugänglich. Diese Kluft lässt sich nicht mit einem Tag der offenen Tür oder Hochglanzbroschüren kitten, solange Bildungsungleichheit und Selektion den Zugang bestimmen. Im ausführlichen Interview habe ich dargelegt, welche strukturellen Reformen wir stattdessen dringend anpacken müssen.
Wer das Vertrauen in die Forschung stärken und wissenschaftsfeindlichen Tendenzen der extremen Rechten wirksam begegnen will, muss die Ursachen angehen: Echte Teilhabe entsteht durch soziale Gerechtigkeit, ein armutsfestes BAföG und den Abbau von Hürden für Menschen aus Arbeiter- und armen Familien. Gleichzeitig dürfen wir die prekäre Beschäftigung im Mittelbau nicht länger ignorieren – denn wer sich von Befristung zu Befristung hangeln muss, verliert die innere Freiheit für mutige, kontroverse Forschung. Wir brauchen eine verlässliche Grundfinanzierung statt der hundertsten Leuchtturmförderung sowie ein klares Bekenntnis zu demokratischen Grundwerten.
Das vollständige Interview über Wissenschaftsfreiheit, soziale Durchlässigkeit und den Beutelsbacher Konsens könnt ihr direkt online nachlesen.
